Ein Ort der Mitte

Die eigene Mitte gefunden zu haben, bedeutet auch für andere ein Ort der Mitte zu sein.

So könnte das Bildungs- und Eheberatungsinstitut aussehen, das wir Inshallah Bismillah auf Marokko gründen wollen.

Wir sind noch auf der Suche nach dem geeigneten Haus. In Chefchaouen soll es sein Inshallah, – das blaue Dorf in den Bergen, das bis 1920 für Nicht-Muslime nicht zugänglich war. Heute ist es einer der beliebtesten Touristenorte Marokkos. In der Medina sind praktisch alle Häuser und viele Gassen blau bemalt. Das Spektrum reicht vom sehr hellen, klaren Blau bis zum satten Dunkelblau. Die blauen Kalkfarben – bestehend aus Wasser, Pigmenten und eben Kalk – ergeben ein einmaliges blaues Farbspektakel. Nur: warum ausgerechnet blau? Wann haben die Bewohner von Chefchaouen angefangen, ihre Häuser blau anzumalen? Ursprünglich waren sie ja weiß, und in Chefchaouen gibt es auch heute noch viele weiße Häuser. Um das Wann und Warum ranken sich viele Anekdoten, Theorien und Legenden.


Die am meisten verbreitete Theorie ist, dass die blaue Farbe die Mücken vertreibt, weil die blauen Straßen wie kühle, fließende Gewässer aussehen und so die Mücken abschrecken. Andere sind der Meinung, dass die Juden die blaue Farbe in die Stadt eingeführt haben. Chefchaouen wurde ja 1471 von aus Spanien fliehenden Mauren und Juden gegründet. Als in den 1930er Jahren Chefchaouen erneut zur Zufluchtsstätte für verfolgte Juden wurde, hätten diese ihre Häuser blau bemalt. Das Blau, so heißt es, symbolisiere den Himmel, das Paradies und ein spirituelles Leben. „Völlig falsch“, sagen wiederum andere. „Chefchaouen ist blau, weil das nahe liegende Mittelmeer blau ist“, behaupten sie. Tatsächlich betont man in Chefchaouen stets, dass „das Meer ganz in der Nähe ist“, obwohl es tatsächlich noch über 40 Kilometer von der Stadt entfernt ist. Eine andere Legende besagt, die blaue Farbe beziehe sich auf die Ras-el-Maa-Quelle, die unmittelbar vor den Stadtmauern liegt. „Es ist unsere Quelle des Lebens, hier trinkt jeder daraus“, sagen die Leute.

 

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