Frauen und Marokko

Alleine als Frau in Marokko reisen: So war es wirklich!Ich empfand den Großteil der Marokkaner – Männer wie Frauen – als respektvo ll, beschützend, hilfsbereit und extrem gastfreundlich. Ich wurde mehrmals täglich von Männern (und gelegentlich von Frauen) auf der Straße angesprochen und auf Minztee eingeladen. Ohne Erwartungen oder anzügliche Bemerkungen – einfach nur, um über Gott und die Welt zu sprechen. Die meisten waren neugierig warum ich alleine reise, wollten etwas über das Leben in Europa erfahren oder wissen, was wir über Muslime denken.

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Ich lebe seit drei Jahren in Marrakesch, Marokko und bin unglaublich glücklich hier. Ich arbeite hier, habe Freunde und bin verheiratet. Marokko ist zu meinem Zuhause geworden. Dass ich mich hier so wohl fühle, kann nicht jeder nachvollziehen. Auch wenn es gar nicht böse gemeint ist, scheint es so, als hätten die meisten bereits ein klares Bild davon, wie es ist, als europäische Frau in einem muslimischen Land zu leben: ziemlich schlimm. Weil jegliche Emanzipation und Selbstbestimmung weit weg sind. Die Leut e dachten, dass ich von nun an nur noch zu Hause sitzen und nach ein paar Wochen in Marokko zu einer verschüchterten Hausfrau mit Kopftuch mutieren würde. Auch dass der Umzug nach Marokko gleichbedeutend mit einem Aus für meine Karriere sei, davon gingen die meisten aus. Wie ich alleine Auto fahre und abends in moderner Kleidung mit meinen Mädels weggehe, das konnte sich erst recht niemand vorstellen.  Die meisten dieser Vorstellungen sind aber falsch. Und ich möchte sie hier mal aus der Welt räumen. Dazu muss ich natürlich vorweg nehmen: Marokko ist eines der modernsten und liberalsten muslimischen Länder. Und Marrakesch ist auch wegen der vielen Touristen sogar noch weltoffener als der Rest des Landes. Pools, Clubs und Bars – Marrakesch ist die Partystadt Marokkos und sto lz darauf. Ich spreche also von meinen Erfahrungen in einem muslimischen, aber auch sehr offenen Land. Abgesehen von der Sorge vor ein paar Taschendieben, wie sie in jeder Großstadt herumlaufen, fühle ich mich hier sogar sicherer als in Deutschland… Wenn einem tatsächlich mal etwas passiert, kann man auf die Hilfe von sämtlichen Taxifahrern, Ladenbesitzern und Passanten setzten… Jetzt kommen wir bei dem Vorurteil an, dass ich leider bestätigen muss. Das einzige, was mich an meinem Leben in Marokko wirklich nervt, ist auf der Straße von Männern angemacht zu werden. Während die deutschen Männer schüchtern die Augen abwenden, wenn unsere Blicke sich kreuzen, verstehen die meisten Marokkaner einen zufälligen Blickkontakt als Einladung. Selbst wenn ich wegsehe, quatschen mich oft Männer mit Sprüchen wie „Hey Sexy“ an. Darunter leiden marokkanische Frauen und Europäerinnen gleichermaßen. Allerdings scheint sich auch ein großer Teil der Marokkaner für diese übergriffigen Männer zu schämen. Als ich einmal auf einen Kommentar zu meinem Hintern laut auf Arabisch „Schande“ antwortete, jubelten mir eine Reihe von traditionellen Frauen mit Kopftuch zu. Sooft man jedoch auf der Straße angesprochen wird, so sehr hat man seine Ruhe in Bars, Restaurants und Clubs. Der klassische deutsche Grapscher an den Hintern auf der Tanzfläche ist mir hier noch nie passiert. So sehr die Bemerkungen also auch nerven – immerhin bleibt es bei Sprüchen statt tatsächlichem Körperkontakt.

 

 https://www.jetzt.de/gender/wie-es-ist-als-europaeische-frau-in-marokko-zu-leben

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